Frisuren im Wandel der Zeit

 
 

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Ägypterin
Eine besonders große symbolische Bedeutung hatten Frisur und Perücke im Alten Ägypten. Eine Frau, die ihre Perücke aufsetzte, oder ihr Haar kunstvoll ordnete, machte sich bereit, zu verführen. Das natürliche Haar wurde von Frauen und Männern meistens recht kurz getragen, aufgrund der Hitze und um nicht bei der Arbeit zu behindern. Bei offiziellen Anlässen, Feiern  und Kultzeremonien trug die soziale Oberschicht, die es sich leisten konnte, in der Öffentlichkeit Perücken. Meistens bestanden diese aus Menschen-, selten aus Tierhaar oder Pflanzenfasern. Im Gegensatz zu den Perücken der Männer galt die der Frau eindeutig als Symbol für ihre erotische Ausstrahlung und ihre Bereitschaft zur Hingabe.
Mehr zum Thema: "Frauen im Alten Ägypten"

Griechin
Die Griechinnen der Antike trugen das natürliche Haar zu kunstvollen Haartrachten frisiert. Das Haar wurde zusätzlich mit Reifen und Kränzen geschmückt. 

Römerin
Bei den Römern war bis zum Jahre 300 v. Chr. langes, offenes Haar modern. Später - ca. 300 n.Chr. wurde das Haar kurz getragen und mit Ölen gesalbt. Die mittellangen Haare der Römerin wurden am Hinterkopf zu einem kurzen Zopf zusammen gebunden. Stirn und Wangen wurden von kleinen Locken umrahmt.

Kolbe
Die Kolbe ist eine männliche Haartracht der Renaissancezeit. 

Allongeperücke
frz. für Anhang, Verlängerung
Riesige Lockenperücke für den Mann, getragen in der Barockzeit.

Die Frauen frisierten ihre Haare zur Fontange - (frz. für Herzogin) - einer mit Schmuck und Bändern reichlich verzierten Hochfrisur.

Rokoko
Noch üppigere Fontange  - eine mit Schmuck und Bändern reichlich verzierte Hochfrisur - auch als weiße Perücke getragen.

Zopfperücke
Die weiße Zopfperücke für Männer von Stand wurde um 1750 populär. Im Volk auch in natürlichen Haartönen getragen.

Chignon
frz. für Nacken
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Haar zum Chignon geformt, d.h. am Hinterkopf zu einem Knoten hochgeschlagen oder im Nacken zusammengelegt.

Klassizismus - Empire - Biedermeier
In der Biedermeierzeit griff man alte griechische Frisuren wieder auf. Auch Chignon und der sogenannte Tituskopf waren populär. Benannt nach einer Büste des römischen Kaiser Titus kam eine wirre, kurze Lockenfrisur in Mode.

Pagenkopf
In den berühmten Zwanziger Jahren befreiten sich die Frauen von den Belastungen aufwendiger Haarprozeduren und schnitten sich ihre Haare ab. Der Bubi- oder Pagenkopf, auch Herrenschnitt genannt wurde für Frauen salonfähig.

60er Jahre
am Hinterkopf und oben oft toupierte, halblange Frisuren mit Scheitel, die das Gesicht umrahmen.

Frisuren und Haartrachten waren und sind zu allen Zeiten und bei allen Völkern dem Wandel der Zeit und den entsprechend vorherrschenden Moden unterworfen. Archäologische Funde in Europa, Vorderasien und Afrika belegen, dass sich schon die frühen Kulturen, mit der Pflege des Haares beschäftigten. Bereits Perser und Assyrer versuchten ihr natürliches Haar durch Kräuselungen zu verändern. Haare wurden gewaschen, gespült, gesalbt und gekämmt.

Besondere Pflege, Üppigkeit der Haarpracht und Frisurformen galten allerdings nur als Merkmal einer jeweils herrschenden Oberschicht. Haare waren und sind somit auch Statussymbol. Nicht zuletzt wird den Haaren in Mythen und Sagen besondere Bedeutung beigemessen. 
Die üppigen und langen Haaren Samsons beispielsweise waren die Quelle für seine ungewöhnlichen Körperkraft. 

Das gemeine Volk hingegen konnte sich zumeist keine zeitaufwendige und kostspielige Haarpflege leisten.

Die Ägypter trugen Perücken und untermauerten damit ihren gesellschaftlichen Rang. Die Griechinnen trugen das natürliche Haar zu kunstvollen Haartrachten frisiert.
Bei den Römern war bis zum Jahre 300 v. Chr. langes, offenes Haar modern. Später - ca. 300 n.Chr. wurde das Haar kurz getragen und mit Ölen gesalbt.

Den Germanen und Kelten galten lange, kräftige Haare - insbesondere die der Männer - als Freiheitssymbol. Die Gallier banden die Haare am Hinterkopf zu einem Zopf zusammen. Die Franken (Karolinger) liebten kurz geschorenes Haar.

Bis ins 14. Jahrhundert trugen die Männer des Mittelalters langes, lockiges oder gewelltes Haar, das bis zu den Schultern reichte. Erst später wurden etwas kürzere Haare bei den Männern beliebt - dann zumeist kinnlang. Nur Mädchen und unverheiratete Frauen trugen ihr Haar sichtbar offen oder als geflochtene Zöpfe. Verheiratete Frauen hingegen verbargen unter einer "Haube" oder einen Schleier die verführerische Haarpracht. 

Im 15. und 16. Jahrhundert wurden bei den Männern Kurzhaarfrisuren populär. Die Frauen schmückten sich mit einem dicken Zopf, der um den Kopf gelegt wurde.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fassten Frauen ihre Haare am Hinterkopf mittels einer sogenannten Netzhaube zusammen oder trugen - wie vorwiegend in Deutschland - einen hängenden langen Zopf .

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ließen die Männer ihr Haar wieder lang und üppig wachsen. Da Männer höheren Alters oder Standes oftmals nicht genügend eigene Haare besaßen, ersetzte bald die Allongeperücke diesen Frisurentrend.

Die Frauen ließen ihre Haare zur Fontange - (frz. für Herzogin) - zu einer mit Schmuck und Bändern reichlich verzierten Hochfrisur binden.

Die Französische Revolution räumte mit den übertriebenen Haartrachten auf. Perücken, Puder, Haarbeutel und Zöpfe galten als dekadent. Männer trugen wieder langes, offenes -  die Frauen halboffenes, gelocktes Haar. Später banden Frauen ihre Haare zu einem Haarknoten am Hinterkopf und ließen seitlich wenige Locken bis zum Kinn herunterhängen. 
Danach wurden die Haare über der Stirn in üppigen Locken aufgetürmt. Turmfrisuren und schlichtere Formen wechselten sich ab.

In der Biedermeierzeit griff man alte griechische Frisuren wieder auf. Auch Chignon und Tituskopf waren populär.

Im 19. Jahrhundert setzte sich für Männer das kurzgeschorene Haar durch. Bei den Frauen variierten flache und hohe Lockenfrisuren neben Zöpfen und modifizierten Anlehnungen an geschichtliche Haartrachten.

1871 wurde die Ondulationswelle und 1901 die Dauerwelle erfunden. Frauen brachten ihr lang gewachsenes, künstlich gewelltes Haar kunstvoll und aufwendig gesteckt in Form. Nachts wurden die Haare zu einem Zopf zusammengebunden.

In den berühmten Zwanziger Jahren befreiten sich die Frauen von den Belastungen aufwendiger Haarprozeduren und schnitten sich ihre Haare ab. Der Bubi- oder Pagenkopf, auch Herrenschnitt genannt wurde für Frauen salonfähig.

Bis in die heutige Zeit wechseln die Haarmoden für Frauen von kurz bis lang immer wieder ab. Dennoch sind heute eher kurze Haarschnitte gefragt, da die einfachere Pflege und die größere Alltagstauglichkeit in einer schnelllebigen Zeit wichtige Entscheidungskriterien geworden sind.

Langes Haar verlangt immer wieder aufwendige und intensive Pflege. Die notwendige Haarfülle, ein gesundes Haarwachstum, gesunde Kopfhaut und Haarwurzeln sind leider nicht immer in ausreichender Weise vorhanden. 

Heute bestimmen eine gute Typberatung, eine gezielte Haaranalyse über Haarqualität und Haarprobleme sowie die Einbeziehung des Alltagsumfeldes die Entscheidung über die richtige und passende Frisur für Männer und Frauen.

Individuelle Haarlänge, Form, Farbe und Schnitt unterstreichen unsere Persönlichkeit. Trendfrisuren animieren zu neuen Experimenten oder lassen Personen in neue Rollen schlüpfen. 
Der eigentliche Trend geht zur individuellen und einzigartigen Frisur, die speziell für eine Person im Wandel der Zeit immer neu kreiert wird.

Der Friseur und Hairstylist ist dabei der Künstler, der seine Fähigkeiten einsetzt, um unser Bild mittels der Frisur zu vervollständigen und entscheidende Akzente unserer Persönlichkeit zu betonen.